Rezension „Ich will mein Leben zurück“ von Erdinc Aydin


B.R.R.

Ich habe endlich mal wieder meine Leselust entdeckt. Gerade habe ich „Ich will mein Leben zurück“ zu Ende gelesen und muss darüber schreiben.

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Angesprochen hat mich das Cover sehr. Darauf ist ein Mann im Anzug zu sehen, was ich so einschätze, dass dieser Mann (sicher der Autor) sehr erfolgreich in seinem Leben ist, sehr viel Geld hat und dass er sehr oberflächlich lebt. Das stimmt auch, aber sein Leben verlief weit schlimmer, als ich es mir vorstellen konnte. Er verkehrte mit den falschen Leuten, trank viel zu viel Alkohol und nahm Drogen, ließ sich mit zu vielen Frauen ein und war sehr aggressiv. Er prügelte sich täglich mit irgendwelchen Leuten. Dadurch wurde er kriminell. Jeder Mensch mied ihn. Das alles, dieses falsche Leben, war sein Untergang.

Als er verhaftet wurde, hatte er die Wahl zwischen Gefängnis oder der geschlossenen psychiatrischen Anstalt. Er entschied sich für die Psychiatrie und berichtet sehr ausführlich, was er alles dort erlebte. Durch die Medikamente wurde er ruhiger und fand zu seinem Inneren. Er, ein gebürtiger Muslim, der mit seiner Religion nichts am Hut hatte, fand das zarte Pflänzchen des Islams in sich. Darüber erzählt er sehr detailreich, denn sein Weg, sich mit dem Islam und den anderen Buchreligionen (dem Judentum und Christentum) zu befassen, war sehr lang. Er las andauernd im Quran sowie dem Alten und dem Neuen Testament.

Drei Jahre lebte er auf der Straße, ließ Frau und Kinder zurück. In der Zeit, in welcher er in der Psychiatrie war, konnte er irgendwann in die offene Psychiatrie wechseln. Dadurch hatte er die Möglichkeit, wieder mit seiner Familie in Kontakt zu treten, was ihm half, als er wieder nach Hause zurückkehrte und sich nach und nach ein Leben nach seinen Regeln schuf.

Im Buch spricht der Autor auch ganz viele wichtige Sachen an und nimmt Stellung zu Rassismus und Terrorismus, zum Kopftuch sowie zur Freundschaft mit Andersgläubigen.

Es ist insgesamt ein sehr spannendes und kurzweiliges Buch. Man merkt dem Autor an, dass er sehr belesen ist und die Sprache liebt. Das Einzige, was ich kritisieren kann, ist, dass mir das Leben vor der Einweisung in die psychiatrische Klinik als sehr langatmig beschrieben vorkam, denn ständig fragte ich mich, wann denn jetzt die Wende käme. Und die Wende kam nicht schlagartig, sondern es war ein langsamer und schleichender Prozess. Und das weiß ich selbst aus Erfahrung, das sind die besten Prozesse, wo die sich neu entwickelten Dinge nicht nur eine Phase sind.

Ich wünsche dem Autor weiterhin so eine gute positive Entwicklung und dass ihm alles nach seinen Vorstellungen gelingen möge.

 

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