Allah als Lösung und Schlüssel

B.R.R.

Oh ya Allah, ya rabb’el alamin, mein geliebter Herr. Diese Zeilen sind für Dich, der Du mein Herz kennst und mich geschaffen hast und ich nicht in Worte zu fassen vermag, was ich empfinde und ich mir wünsche. Und warum ich keine Bittgebete verrichten kann.

Du weißt, ich bemühe mich, zur rechten Zeit zu beten, meine Morgen- und Abendadhkar einzuhalten, regelmäßig im Quran zu lesen, Gutes zu tun und gut zu meinen Mitmenschen zu sein. Wie gut ich diese Dinge erfülle oder auch nicht, vermag ich nicht zu beurteilen, obwohl ich mir meiner Schwächen und Fehler durchaus bewusst bin.

Und darum dachte ich immer, dass meine Verbindung zu Dir oh Herr vorhanden sei. Wie oft nehme ich mir vor, mein Dua an Dich zu richten und schaffe es doch nicht, als gäbe es da eine momentan unüberwindliche Sperre, die ich erst auflösen muss.

Eines ist sicher: ich schäme mich, ich schäme mich zu versagen und meine Versprechen nicht einzuhalten. Ich schäme mich ob meiner Ungeduld. Ich schäme mich dafür, dass ich in manchen Augenblicken unzufrieden bin, weil nichts so läuft wie ich es mir wünsche. Und das widerum stresst mich fürchterlich, denn das bedeutet, ich sei mit dem was Du mir zugeteilt hast, nicht zufrieden. Ich schäme mich für Vieles.

All das kennst Du und ich weiß, dass Deine unerschöpfliche Barmherzigkeit größer  ist als alles hier auf der Erde und alles umfasst. Ich weiß, dass ich immer zu Dir kommen kann. Du mein Trost, mein Leben, meine Liebe bist. Ich muss nur bereit sein, mich Dir zu öffnen. Ich muss nur bereit sein, Deine Liebe zuzulassen. Und die Schmerzen und Enttäuschungen gehen zu lassen und an Dich abzugeben. Dem Negativen was sich in letzter Zeit aufgebaut hat,  die Möglichkeit geben, durch Dich in Positives umgewandelt zu werden.

Du bist die Lösung und der Schlüssel zu allem und für alles. Ich danke Dir sehr für alles. Nicht nur für meine Gesundheit und welch reiches Leben wir führen. Ich danke Dir, welche Menschen Du mir zur Seite gibst. Welche täglichen Wunder Du mir zukommen lässt, dass ich verstehen, mich bessern, immer wieder mein Herz neu öffnen kann. Ich danke Dir, dass Du mir die Möglichkeit gibst, das Leben als ein wundervolles Geschenk zu sehen. Wenn ich mal meinen Blick auf das richte, was Du mir nicht zugeteilt hast und nicht mit diesem und jenem zufrieden bin, lass es mich sogleich wissen und zeige mir, wie ich es anders und besser machen kann, bevor der Schmerz mich innerlich wieder zerfressen kann. Hilf mir, für das bereit zu sein, was Du mir auferlegst. Hilf mir, es so zu tragen, dass Du mit mir zufrieden bist.

Oh ya Allah, gib mir die Kraft, alles zu ertragen, was Du mir auferlegst. Verzeih mir, wenn ich es nicht schaffe, wenn ich zu schwach bin. Hilf mir mein Herr, alles das hinzunehmen, was ich nicht ändern kann. Und das zu ändern, was änderbar ist. Hilf mir, meine Geduld zu trainieren, mich nicht mehr von den vielen kleinen unwichtigen Ärgernissen aus der Bahn werfen zu lassen.

Oh ya rabb’el alamin, Du bist mir stets so nah, näher als ich mir selbst bin. Führe mich, leite mich recht, heile mich, verzeihe mir, wenn ich sündige. Beschütze mich vor denen, die mir Böses wollen, doch leite sie recht und lass sie verstehen. Hilf mir, die richtigen Worte im richtigen Moment zu finden, hilf mir, eine gute Schwester, Mutter, Ehefrau, Tochter usw. zu sein, hilf mir, dass ich meine Pflichten gut erfülle – auch mir selbst gegenüber, hilf mir dass ich mich gut um mich kümmere, wenn ich dies mal wieder aus den Augen verliere.

Du bist der Unterstützer, der niemals Unterstützung bedarf. Du bist immer da, wenn wir nicht mehr sind. Leite meine Nachkommen recht, beschütze sie und leite auch meine Familie recht, dass sie den Weg zu dir finden.

Dasselbe wünsche ich auch allen anderen Geschwistern und dass alles das in Erfüllung geht, was sie sich wünschen und dass all das Schwere leicht erscheint und mit viel Geduld alles ertragen werden kann. Dass sie an ihren Prüfungen wachsen und das Beste aus allem machen, dass sie verstehen, warum Allah ihnen dies und das aufgibt. Und so viel mehr. Ich wünsche mir, dass die Kranken geheilt werden oder wenigstens die Krankheiten gelindert werden. Ich wünsche mir Frieden in der Welt, auch wenn es utopisch ist. Diese Hoffnung stirbt nie. Belohne diejenigen, die so viel entbehren, so viel Leid ertragen müssen, mit dem besten Platz im Paradies ya Allah. Schenke den Waisen einen guten Platz zum Leben und zum Lernen. Hilf den Unterdrückten, den Armen, den Hungernden. Gib allen Menschen, was sie brauchen. Amin.

Amin.

Amin.

 

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Durch das Schreiben dieser Worte hat sich eine Blockade gelöst und alhamdulillah, ich kann all das nun auch mit meinen Worten zu Allah sagen. Da sieht man, wie heilsam Schreiben ist. Anfangs war mir nicht klar, worin mein Problem lag. Nun habe ich die Lösung gefunden und fühle mich leichter. Alhamdulillah, alhamdulillah, alhamdulillah.

Meistens ist das Leben doch schön

B.R.R.

Diesem Eintrag geht keinem besonderen Ereignis voraus. Es ist lediglich ein kurzer Einblick in meine Seele, die sich zeigen will. Worte sprudeln heraus wie ein Springbrunnen mit frischem Wasser an einem frühlingshaften Tag. Ich bin voller Inspirationen, voller Gedanken, Worte, Bilder.

Träume

Es gibt nur den heutigen Tag, morgen ist noch verborgen und existiert noch nicht. Gestern ist bereits vergangen und unabänderlich. Unser – durchaus menschliches Problem – ist, wir leben nicht im Augenblick, denn entweder sind wir in Gedanken im Morgen oder im Gestern. Meistens jedenfalls, je nachdem was uns auf der Seele liegt. Wenn es mir bewusst wird, versuche ich dagegen zu steuern. Ich merke es, wenn ich versuche, mich bei einem Bad zu entspannen und eigentlich über viele viele Dinge grübele. Oder wenn ich eine Seite zwei- oder dreimal lesen muss, bevor sich alle Worte in meinem Kopf zu Bildern formen und ich wieder in die Geschichte eintauchen kann.

Oft sind die Hürden in mir einfach nur die Grenzen, die ich mir selbst unbewusst auferlege oder sogar erschaffe.  Wenn ich es merke, kann ich es korrigieren, doch irgendwie fühlt es sich an, als würden wir durch die Welt schlafwandeln oder zumindest mit geschlossenen Augen laufen.

Wenn einen die Mitmenschen nicht verstehen und keinen Bezug zu dem haben, was man tut, was soll’s? Es kommt nicht darauf an, sich ihnen zu erklären oder dass sie verstehen. Jeder führt sein Leben, jeder hat seine Aufgaben zu erfüllen und seinen Weg zu gehen. Nicht immer muss man das verstehen, auch nicht innerhalb der Familie. Dann schweige ich lieber.

Mein Schweigen bedeutet nicht, dass ich nichts zu sagen habe. Ich sage einfach nur nichts, wenn ich merke, ich werde ich nicht verstanden oder wenn ich auf taube Ohren treffe. Wichtig ist doch nur, dass ich die Menschen um mich habe, denen ich mich erklären kann. Wichtig ist nur, dass ich die richtigen Menschen um mich habe. Oder die richtigen Leser. Dabei unterdrücke ich niemals meine Gefühle. Ich wähle mir nur selbst den Kanal aus, meine Gefühle zu beschreiben und aus ihnen zu lernen.

Mut schöpfe ich im Gebet, im Gespräch mit Allah, der mich nie im Stich lässt und alles so lenkt, wie es für mich das Beste ist. Mut finde ich jedoch auch in den Geschichten, bei den Heldinnen, mit denen ich mitfiebere, wenn sie ihre Aufgaben erfüllen müssen. Worte, die meine Seele zu Liedern erklingen lassen. Worte, die mich berühren und in fremde Welten entführen. Und wo ich immer etwas lernen kann fürs Leben, etwas was mich weiterträgt zum Nächsten.

So in der Art sind auch meine Träume. Bunt, farbenfroh, sehr deutlich, sehr nah am Geschehen, an der Bedeutung, rätselhaft.  Sie geben oft eine neue Richtung an, manchmal stehen sie auch einem Ereignis voraus.  Auch Träume der letzten Art gehören zu den verborgenen Dingen, die sich erst im Nachhinein entschlüsseln lassen.

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Meistens ist das Leben doch schön. Wenn es tagelang regnet, male ich mir einfach eine Sonne und freue mich an dem saftigen Grün der Blätter und Wiesen. Oder ich träume von wundervollen Sommertagen der Kindheit.

Ein Hashtag erobert die Welt – und unsere Herzen

B.R.R.

Gestern rief das Onlineportal Islamiq uns Muslime auf, auf facebook, twitter, instagram unsere Geschichten in der Moschee mit dem Hashtag #meinmoscheereport zu versehen und zu veröffentlichen. Das sollte eine Gegenaktion zu dem „moscheereport“ von Constantin Schreiber sein, der 13-20 der 2500 Moscheen besuchte, Freitagspredigten auf arabisch anhörte und anschließend übersetzte bzw. übersetzen ließ, die Imame als hetzerisch, IS-Sympathisanten und integrationsunwillig bezeichnete. Bei den Übersetzungen wurden Fehler gemacht, es wurde seinerseits pauschalisiert und Unwahrheiten verbreitet in seiner Sendung „Moscheereport“ und seinem toll recherchierten Buch „Inside Islam“. Diese ärgerliche Sache war vor ein paar Wochen in aller Munde. Es wurde heftig darüber geredet, geschrieben, diskutiert – und keiner von uns Muslimen war wirklich zufrieden. Denn unsere Aktionen waren nicht genug.

Gestern sollte hierzu der zweite Teil ausgestrahlt werden. Islamiq überlegte sich diese wundervolle,tolle, erfolgreiche Aktion parallel zur Sendezeit. – Ihr Erfolg strahlt über den gestrigen Tag hinaus. Als ich auf facebook darüber stolperte, weil eine Freundin etwas postete, war ich sogleich begeistert. Ja, das war auch etwas für mich. Schnell blickte ich in mein Herz, atmete durch und hämmerte auf die Tastatur ein. Es war typisch für mich, dass ich wieder einen ganzen Roman verfasst habe. Es war das Herz, was ich sprechen ließ. Und zugegeben, ich kann mich auch nicht wirklich kurz fassen.

Ich habe gestern und noch mehr heute Stunden verbracht, die Geschichten zu lesen, was die Moschee für den einzelnen Muslim, die einzelne Muslima bedeutet. Habe gelacht, war tief berührt und ich habe gefühlt – wir sind auf einmal wieder diese eine Ummah, es gibt sie, die Verbundenheit untereinander. Es gibt sie, die Geschwisterlichkeit, die ich so vermisst habe.

Heute nachmittag waren es 9.400 posts, die mit dem Hashtag versehen waren. Doch jetzt, etliche Stunden später, werden es mehr und mehr – ich sehe meine Facebookfreunde fleißig neue Geschichten veröffentlichen. Auch mir fällt immer wieder etwas Neues ein und vieles, was meine Geschwister teilten, habe ich auch erlebt, aber vergessen.

#meinmoscheereport ist unbeschreiblich. Noch immer habe ich eine Gänsehaut, wenn ich daran denke, welch große Lawine sich aus einem kleinen Schneeball entwickeln kann. Und – wie ich es heute schon mit Stolz verkündete – es ist so großartig, Teil eines so großartigen Ganzen und einer so großartigen Ummah zu sein und gleichzeitig die Einzigartigkeit jedes Muslims, jeder Muslima zu spüren.

Dieser Hashtag hat die Welt erobert, doch erst recht unsere Herzen.

Alhamdulillah für alles.

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Masjid Anass

Warten auf die Zeit der Besinnung mit gemischten Gefühlen

B.R.R.

Die Erde dreht und dreht sich. Ganz egal, was passiert und mit was wir zu kämpfen haben…

In etwa einem Monat steht der Ramadan wieder vor der Tür. Die meisten meiner Geschwister freuen sich in hohem Maße darauf. Ich weniger. Damit ihr besser versteht was ich meine, möchte ich euch erklären warum….

Ich habe Angst. Ich fürchte mich, zu versagen. Ich habe ziemlich hohe Ansprüche an mich selbst, die im Ramadan nochmals um ein Vielfaches gesteigert werden. Das war schon immer so und so wird es bleiben. Das liegt in meiner Natur, in meiner Seele.

Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, im Ramadan Urlaub zu nehmen. Die letzten beiden Wochen oder wenigstens die letzte Woche. Da geht meine Kraft oft aus. Das Nicht-arbeiten-müssen fängt einiges auf. Dieses Jahr kann ich leider keinen Urlaub nehmen. Ich muss vier Wochen durcharbeiten, zusätzlich als Urlaubsvertretung für die Kollegin und das ist viel härter als normal. Dann muss ich mich weiterhin um alles kümmern, wie es für eine Frau, Ehefrau und Mutter eben üblich ist. Da bleibt so schon kaum Zeit für Ibadat, geschweige denn Lernen.

Jedoch die ibadat sind es gerade, die mich in diesem Monat begleiten und glücklich machen. Ich liebe die stille dunkle Nacht vor der Morgendämmerung, wenn alle anderen schlafen. Ich spüre eine Geborgenheit, die ich nicht zu erklären vermag. Das ist die beste und schönste Zeit für mich, um Allahs zu gedenken, Allahs Worte zu lesen, Dua zu machen, zu beten. Wenn ich das alles auf ein bestimmtes Maß kürzen muss, empfinde ich dafür einfach viel Stress, was sich in den Tag legt und an den Kräften zehrt. Dafür fühle ich mich momentan nicht bereit. Obwohl ich sonst immer alles positiv sehe.

Dann gibt es die andere Seite in mir. Ich wende mich Allah zu und bitte Ihn, mir den Ramadan leicht zu machen und erfolgreich zum Ende zu bringen. Euch natürlich ebenso. Dadurch gewinne ich etwas Sicherheit und kämpferische Gefühle zurück. Ich fühle Allah mit mir.

Passend dazu gab mir heute Morgen eine liebe Schwester den Rat, der es ähnlich geht, da sie auch einer körperlichen Arbeit nachgeht und im Ramadan keinen Urlaub hat, meine Ansprüche an mich selbst den Gegebenheiten anzupassen und so mein Bestes zu geben, was ich geben kann. Ob es Allah auch genügt und Er mit mir zufrieden ist?

Wie fühlt ihr euch denn in der Vor-Ramadan-Zeit? Was ist für euch besonders am Ramadan?

Der „andere“ Quran – voller Liebe, Barmherzigkeit und Licht

B.R.R.

Mein Herz zieht sich zusammen, wenn ich lese, dass der Quran von dummen, den Islam hassenden Menschen als das böse Buch bezeichnet wird. Auch wird der Islam stets als die harte, strenge Religion dargestellt. Zu den Geboten lässt sich einfach sagen, dass sie alle ihre Daseinsberechtigung haben, denn Alkohol zu trinken, Glücksspiele zu spielen, zu lügen, betrügen, Zins nehmen usw. sind alles verbotene Dinge, wo Allah uns im Quran klar auffordert, uns davon zu distanzieren und diese Sünden nicht zu begehen. Allah fordert uns nicht nur auf, uns von Sünden fernzuhalten, sondern vor allem auch von den Dingen, die dazu führen, dass man Sünden begeht. Zu unserem Schutz soll es gar nicht erst dazu kommen.

Wie also bitteschön kann der Quran als das böse Buch gelten? Es ist Quatsch, wenn Islamgegner von Hass, Diskriminierung und Kriminalität im Quran sprechen. Ich finde nichts davon. Und deren Arbeit, ja Lebensaufgabe, andere davon zu überzeugen, ist so lächerlich. Möge Allah gerade diese zum Islam führen, damit sie Menschlichkeit, Liebe, Respekt kennenlernen.

Ich werde nicht aufgeben, gegen oben Genanntes zu sprechen, sondern unsere Sicht des Islams und des Qurans aufzeigen und erklären, das Gute zu verbreiten, Gerechtigkeit herstellen und Lügen bekämpfen.

Die vielen Lügen, Falschmeldungen, die Hetze, all das bricht mein Herz und es fühlt sich gerade so schwer an. Tränen kullern von meinem Gesicht. Nicht umsonst sind die Herzen unwissender Hasser blind und taub. Solche Menschen hat es zuhauf immer und überall gegeben. Das zu ertragen, erfordert viel sabr.

Ich bin nicht für die Welt verantwortlich, ich bin nur für das verantwortlich, was ich sage und tue und nicht sage und nicht tue. Aber ich bin nicht verantwortlich für die hassenden Menschen da draußen. Doch das Einzige, was wir tun können, ist dem Hass mit Liebe zu begegnen und die Welt so etwas besser machen. Und Wissen zu erwerben und weiterzugeben. Wissen ist Macht und kann dem Bösen standhalten und es auflösen.

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Mein Quran ist voller Liebe, Barmherzigkeit, Licht, Wärme den Menschen gegenüber. In ihm finden sich zuhauf Aufforderungen, Gutes zu tun. Was genau ich in den Versen des Quran finde, werde ich in sha Allah demnächst beschreiben. Für heute sollen diese Worte genügen.

 

Sei du selbst, das ist ein wichtiges Werkzeug für das Leben

B.R.R.

Seufzend sitze ich hier und versuche gerade, meine Gedanken zu sammeln, die mir auf dem Herzen liegen.

Immer wieder hören wir, dass es wichtig ist, dass wir wir selbst sind und so authentisch sein und so leben sollen, wie es unserem Leben entspricht. Der Weg zu diesem Ziel kann oft unheimlich schwer sein, denn es hängt viel davon ab, wer man ist und wer man sein will, wie selbstbewusst man ist und wie das soziale Umfeld darauf reagiert.

Wir kon- bzw. revertierten Muslime wissen genau, wie schwierig der Weg ist, und dass man dabei so viel falsch machen kann – auch wenn man es gut meint. Dass meine Familie den Islam an mir akzeptiert und sich mit ihren Bedenken und der Angst versöhnt hat, war harte Arbeit meinerseits. Ich bin viele Kompromisse für sie eingegangen – doch ich habe mich nicht verbogen und nie etwas getan, was gegen meinen Glauben ging. Wenn ich sie besuchte, war ich so geduldig mit ihnen, wie es ging. Habe auch mal den Mund gehalten, wenn ich mich gern erklärt und um Verständnis gebeten hätte. Denn ich fühlte, es war nicht die Zeit für Erklärungen. Dadurch, dass ich so viel Rücksicht nahm, war der Weg lang, aber die Entwicklung, die daraus entsprang, ist eine schöne und positive, so dass alles so gut wurde, wie es werden konnte. Die Geduld hat sich gelohnt.

Ich habe nach meinem Inneren und Äußeren stets so gehandelt, wie es mir entsprach und entspricht. Das war einfach, denn ab einem gewissen Alter hat man gewisse Lebenserfahrung und ein gewisses Selbstbewusstsein und weiß, dass man niemanden beeindrucken muss. Ich fand meinen Weg somit auch nicht besonders schwer, denn es lief alles so Hand in Hand, wie ich es mir wünschte. Ich weiß dies auch sehr zu schätzen.

Aber es gibt auch andere Entwicklungen. Das macht mich traurig. Es gibt Eltern, die mit den Entwicklungen ihrer Kinder nicht zurechtkommen und die dann ihr Leben allein bzw. nur mit den Gleichgesinnten leben, die sie begleiten. Es fehlt dann ein wichtiger Teil. Für beide Seiten.

Ich weiß nicht, mit was mich meine Tochter überraschen wird, aber ich habe nicht vor, sie jemals im Stich zu lassen, nur weil mir ihr Leben nicht gefällt. Ich mache mir darüber schon einige Gedanken, weniger im Bereich der Sorgen, denn die Zukunft liegt im Bereich des Morgen, aber doch inwieweit meine Erziehung reicht, dass die sich zu dem Menschen entwickelt, der sie auch sein will, und ihr Leben ihrem Weg entsprechend lebt – und wie das alles mit dem Islam vereinbar ist.

Möge Allah es allen, die solche Ängste in ihrem Herzen verspüren, leicht machen, möge das Verhältnis zu den Kindern nie verloren gehen und noch stärker werden und möge Er allen die richtigen Entscheidungen treffen lassen.

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Sprüche sind leicht aufs Papier oder auf den Bildschirm gebracht. Dennoch, in ihnen steckt immer eine Wahrheit, die wir nicht außer Acht lassen können. Diese Botschaft möchte ich heute mit auf den Weg geben – nicht nur mir, meiner Tochter oder den engsten Freunden – sondern euch allen.

Und: Allah hat uns alle unterschiedlich und vielfältig erschaffen, so dass sich kein Mensch einem zweiten gleicht, subhan Allah. Wie gewaltig Er ist. Und unsere Aufgabe ist es, nach unserer Schöpfung gemäß zu leben. Es ist aber eine Lebensaufgabe, die erst zu unserem Tod endet. So macht das Beste aus euch und eurem Leben.

Kurzmitteilung

B.R.R.

Ich muss einmal ehrlich sein:

Zu Facebook habe ich mittlerweile zwiespältige Gefühle entwickelt.

Facebook ist wichtig, denn hier habe ich für mich bedeutende Menschen kennengelernt und wichtige Kontakte geknüpft, die ich nicht missen möchte. Ja, die mir wie mein Leben bedeuten.

Früher war es noch ein bunt gemischter Haufen, den man Freunde nennen konnte. Aber der Trend geht ja mittlerweile dahin, dass man einfach so blockiert und löscht wie es einem Spaß macht, ohne dass der andere sich erklären oder gar rechtfertigen könnte, warum er oder sie auf einmal nicht mehr zu den Freunden gehört, obgleich bis vor kurzem noch reger Kontakt bestand. Und ich meine hier sicherlich nicht das Entfreunden, was zwangsweise geschieht, wenn man sich mal kurz auf einer islamischen Veranstaltung traf, Facebook-Namen austauscht, sich verspricht, in Kontakt zu bleiben und letztlich doch nichts daraus wird, weil man bereits genug damit beschäftigt ist, mit seinen anderen Kontakten regelmäßig zu kommunizieren.

Was sich meiner Meinung nach auch negativ entwickelt hat, ist dieses schwarz-weiß-Denken. Entweder ist man ein guter Muslim oder ein böser. Und wenn man weder in das eine Extrem noch in das andere passt, wüsste man sicherlich nicht, wohin man gehörte.

Leider ist das noch nicht alles. Schlimm ist, wenn Beleidigungen und harte Worte fallen. Ist es das, was wir von unserem geliebten Propheten, Friede und Segen Allahs seien auf ihm, gelernt haben? Sicherlich nicht! Denn wie seine Lieblingsfrau Aisha, möge Allah mit ihr zufrieden sein, mitteilte, war er, der Gesandte Allahs, Frieden und Segen Allahs auf ihn, der wandelnde Quran und gesandt worden, um den Charakter der Menschen zu vervollkommnen.

Subhan Allah, wenn er mit den Andersgläubigen sprach, beachtete er ihre Herkunft und Religion und Charaktereigenschaften und Interessen und gewann dadurch das Herz dieser Menschen, woraufhin sie automatisch den Islam annahmen.

Wir müssen zu diesen Wurzeln zurückkehren. An islamischer Literatur, Wissen und Informationen mangelt es nicht. Es mangelt an Benehmen. Und an Geduld. Denn das gute Benehmen entspringt aus der Geduld.

Wir müssen unser erworbenes Wissen immer wieder durchgehen, um es anwenden zu können. Wir vergessen sehr viel, sind mit vielen Dingen beschäftigt. Ändern uns , da das Leben Änderung ist. Wir entwickeln uns weiter – manche leider nicht immer zum Besten.

Wir als eine Ummah können es uns nicht leisten, untereinander zerstritten zu sein. Oft habe ich andere Meinungen als meine Facebook-Schwestern, und so manch einer mag meine Meinung nicht, und entweder ignoriert man das oder fängt vorsichtig eine schöne Diskussion an. Aber Hetzereien und Beleidigungen sollten aus jedem gläubigen Menschenverstand verschwinden. Ansonsten würde man Facebook und Co nur noch zum Chatten benutzen und das wäre irgendwie schade.

Ich denke jedoch, dass es immer schlimmer wird. Darum ist es umso wichtiger, mit den wenigen Schwestern und Freunden in guter Beziehung zu sein, die man dauernd um sich hat. Und natürlich – das ist das A und O – mit sich selbst in Einklang sein und sich stets zur Rechenschaft ziehen, denn da kommt man nicht drum herum.

Wir müssen bei all den Facebook-„Schwestern“, die unser Herz erreichen und uns doch belügen und betrügen und Geld mit Lügen erbetteln, einen gesunden Weg finden, mit dem umzugehen. Nicht allen gleich misstrauen, aber auch nicht einfach so vertrauen. Da hilft mir immer, ein Bittgebet an Allah, den Wahrhaftigen, zu richten und dann passiert es oft, dass ich die „schlechten“ Kontakte schnell verliere. Auch wenn es sehr schmerzt, Allahs Pläne sind besser als unsere und Er tut alles zu unserem Besten.

Das ist leider tägliche Routine geworden. Möge Allah uns vor denen beschützen, die uns Böses wollen.

Und, was noch Wichtiger ist, zu sagen: Egal, wie viele Schwestern dich enttäuscht haben, es gibt immer einige ehrliche Schwestern, die ehrlich sind, sich mit einem Freud und Leid teilen, für einen da sind. Sie machen die schlechten Erfahrungen wieder wett. Euch danke ich von ganzem Herzen – für alles. Ich hoffe, die richtigen Schwestern fühlen sich jetzt angesprochen ❤

 

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